„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.“

– Nelson Mandela

Hinweis

Der nachfolgende Text ist eine Zusammenfassung der Position, die Joel Bruns im Namen von ATLOS vertritt.

Inhaltsangabe

Einleitung

Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über ein qualitativ-hohes, akademisches Ausbildungsniveau. Der Zugang zur Hochschulbildung ist in den letzten Jahrzehnten sukzessiv vereinfacht worden, wobei gleichzeitig jungen Studierenden ein Netz aus Studiums begleitenden Unterstützungsstrukturen (Ersti-Woche, Asta, Studienberatung, psycho-soziale Beratungen etc.) geboten wird[1]. In den letzten 10 Jahren hat die Anzahl der Studierenden um circa 27% zugenommen[2], dennoch bricht mehr als jeder vierte Studierende in Deutschland sein Studium ab[3]. Als häufigsten Grund für den Abbruch werden Leistungsprobleme genannt[4].

Die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) leiden unter einem „Flaschenhalssymptom“. In diesen Fächern sind die Bewerber*innenzahlen sehr hoch (192.451 Personen, Stand: 2019/2020)[5], gleichzeitig ergibt sich eine niedrige Aufnahmequote aus der anschließend auch eine geringe Absolventenquote resultiert. Dies ist eventuell dem Umstand zu verdanken, dass nur ein geringer Anteil[6] an Professor*innen und Dozent*innen an den Hochschulen über eine pädagogische Ausbildung verfügt. Die Karriere eines Professors hängt nicht von der Lehre ab, sondern „wird ausschließlich über Forschung gemacht“. Wirtschaftsprofessor Birger Priddat geht sogar noch weiter: „Alles, was Professoren über die Lehre wissen, ist selbst erlernt.“ Eine Ausbildung habe so gut wie niemand[7]. Eine Ausbildung ist für Professor*innen und Dozent*innen nicht verpflichtend[8]. Interne Personalentwicklungsprogramme bieten zwar zahlreiche didaktische Fortbildungen an, diese werden jedoch aufgrund von Überbelastung der Dozent*innen und eines starken, akademischen Selbstbewusstseins nur selten wahrgenommen.

Eine Analyse der Studienverläufe und -inhalte zeigt zudem, dass diese anhand eines einheitlichen Schemas durchgeführt werden und dabei keinen kreativen Entfaltungsraum für die individuellen Lernstile der Studierenden übriglassen. Unter den Studierenden gibt es die weit verbreitete Ansicht, dass die ersten drei Semester eines jeden Studiengangs dazu konzipiert worden sind, um Studierende mit niedriger Motivation oder Leistung „auszusieben“. Erst in den letzten drei Semestern wird das Wissen vermittelt, das der Studierende benötigt, um später im Beruf oder einer eventuellen Selbstständigkeit erfolgreich zu sein[9].

Um dieses Strukturdefizit zu adressieren, entwickelt unser Startup-Team die App „Atlos“ als neuartiges und flexibles Unterstützungswerkzeug für MINT-Studierende.

Über die mobile Applikation können mittels virtueller Realität, Studiumsinhalte orts- und zeitunabhängig abgerufen werden. Diese wurden zuvor mit speziell ausgewähltem Professor*innen, Dozent*innen und Wissenschaftler*innen der jeweiligen Fächer erarbeitet und mit einem Team von Medienpädagog*innen und Designer*innen für die verschiedenen Lernstile nach Kolb aufbereitet. Durch die App wird es den Studierenden ermöglicht, parallel zum Studium die Lerninhalte immersiv, interaktiv und passend für den jeweiligen Lernstil aufzuarbeiten und zu verinnerlichen. Gestentracking über die Kamera des mobilen Endgeräts ermöglicht die Verwendung der eigenen Hand als Werkzeug im virtuellen Raum. Das Lehrmaterial wird dadurch interaktiv und haptisch erfahrbar. Diese erlaubt es Versuchsanordnungen und Szenarien darzustellen, die zum Beispiel zu gefährlich (gefährliche Umgebungen oder Experimente) oder zu teuer sind (Experimente mit teuren Werkzeugen oder Maschinen). Interaktive virtuelle Realität führt bis zu 30% besseren Testergebnissen im Vergleich zum Lernen mit einem Buch (24,9%) und mittels Videos (16,1%). Zudem ist die Abrufbarkeit von Studierenden, die mit VR gelernt haben im Gegensatz zu Buch und Video deutlich höher. Auch das Verstehen des zu Lernenden ist bei VR höher als bei Video und Buch.[10] Dies geht aus Studien von Allcoat und von Mühlenen hervor, die in einer Testkohorte von…….

Der Gründer Joel Bruns hat einen Abschluss in Business Engineering, verfügt über mehrjährige Erfahrung als selbstständiger Business Consultant für Informationstechnik und hat in diversen Unternehmen aus den Bereichen (Maschinenbau, Energie, Automotive, Retail) und Projekten (Projektmanagement, Prozessoptimierung, Human Ressources, Internationales Solutionmanagement) gearbeitet.

Eine detaillierte Markt- und Wettbewerberbetrachtung zeigt auf, dass sich zahlreiche Unternehmen und Startups im Edtech-Bereich (z.B. Studyhelp oder Studygood) auf die Wissensvermittlung spezialisiert haben. Die Ansätze zur mobilen virtuellen Realität sind bisher unausgereift und lediglich in geringer akademischer Qualität und Quantität vorhanden.

Das Geschäftsmodell von Atlos basiert auf einem Abonnement, das individuell pro Monat / Semester / Jahr gewählt werden kann. Die Zielgruppe umfasst zunächst die MINT-Studierenden, kann aber flexibel auf andere Studienfächer erweitert werden. Dieser Skalierungsprozess ermöglicht langfristig auch einen internationalen Einsatz der App.

Während des Förderungzeitraums durch das EXIST-Stipendium soll die App bis zur Marktreife weiterentwickelt werden, so dass die Gründung einer GmbH und die Erschließung des deutschen EdTech-Markts ermöglicht werden kann.

 

[1] (Statista, 2020)

[2] (Statistisches Bundesamt, 2020)

[3] (DZHW, 2020)

[4] (HIS, 2010)

[5] (Statista, 2020)

[6] (Janker, 2014)

[7] (Anon., 2020)

[8] (Anon., 2020)

[9] (Stifterverband, 2019)

[10] “Learning in virtual reality: Effects on performance, emotion and engagement”, Allcoat und von Mühlenen, 2018, Seite 7f.

 

 

 

 

Problem

Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über ein qualitativ-hohes, akademisches Ausbildungsniveau. Der Zugang zur Hochschulbildung ist in den letzten Jahrzehnten sukzessiv vereinfacht worden, wobei gleichzeitig jungen Studierenden ein Netz aus Studiums begleitenden Unterstützungsstrukturen (Ersti-Woche, Asta, Studienberatung, psycho-soziale Beratungen etc.) geboten wird[1]. In den letzten 10 Jahren hat die Anzahl der Studierenden um circa 27% zugenommen[2], dennoch bricht mehr als jeder vierte Studierende in Deutschland sein Studium ab[3]. Als häufigsten Grund für den Abbruch werden Leistungsprobleme genannt[4].

Die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) leiden unter einem „Flaschenhalssymptom“. In diesen Fächern sind die Bewerber*innenzahlen sehr hoch (192.451 Personen, Stand: 2019/2020)[5], gleichzeitig ergibt sich eine niedrige Aufnahmequote aus der anschließend auch eine geringe Absolventenquote resultiert. Dies ist eventuell dem Umstand zu verdanken, dass nur ein geringer Anteil[6] an Professor*innen und Dozent*innen an den Hochschulen über eine pädagogische Ausbildung verfügt. Die Karriere eines Professors hängt nicht von der Lehre ab, sondern „wird ausschließlich über Forschung gemacht“. Wirtschaftsprofessor Birger Priddat geht sogar noch weiter: „Alles, was Professoren über die Lehre wissen, ist selbst erlernt.“ Eine Ausbildung habe so gut wie niemand[7]. Eine Ausbildung ist für Professor*innen und Dozent*innen nicht verpflichtend[8]. Interne Personalentwicklungsprogramme bieten zwar zahlreiche didaktische Fortbildungen an, diese werden jedoch aufgrund von Überbelastung der Dozent*innen und eines starken, akademischen Selbstbewusstseins nur selten wahrgenommen.

Eine Analyse der Studienverläufe und -inhalte zeigt zudem, dass diese anhand eines einheitlichen Schemas durchgeführt werden und dabei keinen kreativen Entfaltungsraum für die individuellen Lernstile der Studierenden übriglassen. Unter den Studierenden gibt es die weit verbreitete Ansicht, dass die ersten drei Semester eines jeden Studiengangs dazu konzipiert worden sind, um Studierende mit niedriger Motivation oder Leistung „auszusieben“. Erst in den letzten drei Semestern wird das Wissen vermittelt, das der Studierende benötigt, um später im Beruf oder einer eventuellen Selbstständigkeit erfolgreich zu sein[9].

Um dieses Strukturdefizit zu adressieren, entwickelt unser Startup-Team die App „Atlos“ als neuartiges und flexibles Unterstützungswerkzeug für MINT-Studierende.

Über die mobile Applikation können mittels virtueller Realität, Studiumsinhalte orts- und zeitunabhängig abgerufen werden. Diese wurden zuvor mit speziell ausgewähltem Professor*innen, Dozent*innen und Wissenschaftler*innen der jeweiligen Fächer erarbeitet und mit einem Team von Medienpädagog*innen und Designer*innen für die verschiedenen Lernstile nach Kolb aufbereitet. Durch die App wird es den Studierenden ermöglicht, parallel zum Studium die Lerninhalte immersiv, interaktiv und passend für den jeweiligen Lernstil aufzuarbeiten und zu verinnerlichen. Gestentracking über die Kamera des mobilen Endgeräts ermöglicht die Verwendung der eigenen Hand als Werkzeug im virtuellen Raum. Das Lehrmaterial wird dadurch interaktiv und haptisch erfahrbar. Diese erlaubt es Versuchsanordnungen und Szenarien darzustellen, die zum Beispiel zu gefährlich (gefährliche Umgebungen oder Experimente) oder zu teuer sind (Experimente mit teuren Werkzeugen oder Maschinen). Interaktive virtuelle Realität führt bis zu 30% besseren Testergebnissen im Vergleich zum Lernen mit einem Buch (24,9%) und mittels Videos (16,1%). Zudem ist die Abrufbarkeit von Studierenden, die mit VR gelernt haben im Gegensatz zu Buch und Video deutlich höher. Auch das Verstehen des zu Lernenden ist bei VR höher als bei Video und Buch.[10] Dies geht aus Studien von Allcoat und von Mühlenen hervor, die in einer Testkohorte von…….

Der Gründer Joel Bruns hat einen Abschluss in Business Engineering, verfügt über mehrjährige Erfahrung als selbstständiger Business Consultant für Informationstechnik und hat in diversen Unternehmen aus den Bereichen (Maschinenbau, Energie, Automotive, Retail) und Projekten (Projektmanagement, Prozessoptimierung, Human Ressources, Internationales Solutionmanagement) gearbeitet.

Eine detaillierte Markt- und Wettbewerberbetrachtung zeigt auf, dass sich zahlreiche Unternehmen und Startups im Edtech-Bereich (z.B. Studyhelp oder Studygood) auf die Wissensvermittlung spezialisiert haben. Die Ansätze zur mobilen virtuellen Realität sind bisher unausgereift und lediglich in geringer akademischer Qualität und Quantität vorhanden.

Das Geschäftsmodell von Atlos basiert auf einem Abonnement, das individuell pro Monat / Semester / Jahr gewählt werden kann. Die Zielgruppe umfasst zunächst die MINT-Studierenden, kann aber flexibel auf andere Studienfächer erweitert werden. Dieser Skalierungsprozess ermöglicht langfristig auch einen internationalen Einsatz der App.

Während des Förderungzeitraums durch das EXIST-Stipendium soll die App bis zur Marktreife weiterentwickelt werden, so dass die Gründung einer GmbH und die Erschließung des deutschen EdTech-Markts ermöglicht werden kann. 

 

[1] (Statista, 2020)

[2] (Statistisches Bundesamt, 2020)

[3] (DZHW, 2020)

[4] (HIS, 2010)

[5] (Statista, 2020)

[6] (Janker, 2014)

[7] (Anon., 2020)

[8] (Anon., 2020)

[9] (Stifterverband, 2019)

[10] “Learning in virtual reality: Effects on performance, emotion and engagement”, Allcoat und von Mühlenen, 2018, Seite 7f.